Werner Haas

Der 1931 in Stuttgart geborene und in Feuerbach aufgewachsene Pianist Werner Haas war bereits mit zahlreichen renommierten Orchestern aufgetreten und stand am Beginn einer Weltkarriere, als er 1976 bei einem Autounfall in Frankreich mitten aus dem Leben gerissen wurde. Er hinterließ legendäre Aufnahmen wie die Gesamteinspielung des Klavierwerkes von Claude Debussy und Maurice Ravel, die mit dem Grand Prix du Disque und dem Edison-Preis ausgezeichnet wurden. Auch seine Einspielung der Etüden und Walzer von Frédéric Chopin wurde von der Fachkritik gefeiert und gilt Kennern und gerade auch Kollegen als Klassiker. Es liegen wundervolle Aufnahmen der Mendelssohnschen Lieder ohne Worte und der Variations sérieuses vor, Aufnahmen der Klavierkonzerte von Tschaikowski, Gershwin, Ravel oder Mozart mit dem Orchester des SWR.

Das Konzertpublikum erlebte ihn als ebenso überwältigenden wie hinreißenden jungen Pianisten mit einem breiten Repertoire, das vom Barock bis in die Moderne reichte. Werner Haas studierte an der Stuttgarter Musikhochschule bei Lilli Kröber-Asche. Seinen letzten Schliff holte er sich bei Walter Gieseking in Saarbrücken, bis er mit 25 Jahren seine Karriere als Konzertpianist begann. Viele seiner fast 30 Platteneinspielungen wurden inzwischen auf Audio-CDs wiederveröffentlicht und werden heute von Kennern und Liebhabern hoch geschätzt.

Werner Haas beeindruckt auch heute noch durch höchste künstlerische Ausstrahlung und Integrität. Die ihm nahe standen schildern ihn als bescheidenen Menschen, dem jedweder Personenkult verhasst war. Er kann daher in besonderem Maße als Vorbild für den pianistischen Nachwuchs gelten.

Die Verbindung zwischen Werner Haas und den Schülern der Stuttgarter Musikschule entstand 1996, als seine Schwester Isolde Haas-Sautter und ihr Mann Johannes Sautter einige Schüler des Pianisten Romuald Noll einluden, in Stuttgart-Feuerbach ein Konzert zu Ehren des 20 Jahre zuvor verstorbenen Pianisten zu gestalten. Aufgrund des Erfolges fanden im Abstand von fünf Jahre noch zwei weitere Gedenkkonzerte mit Klavierschülern Romuald Nolls statt, der hieraus die Idee des Jungen Klavierpodiums Werner Haas initiierte und entwickelte.

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© Junges Klavierpodium Werner Haas